Gemeinsame Pressemitteilung von Bayerischen Elternverband (BEV) und Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Bayern Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e.V.

vom 13.12.2013

Inklusion scheitert an Beratung – Mädchen verliert Familie

Seit geraumer Zeit beschäftigt der Fall Sandra (s.u.) die Augsburger
Allgemeine Zeitung. Das lernbehinderte Mädchen war vor rund eineinhalb
Jahren aus seiner Pflegefamilie genommen worden, weil es angeblich nur in
einem Heim die richtige Förderung würde erhalten können. Das Mädchen verlor
damit nicht nur seine Familie, sondern auch seine seelische und
gesundheitliche Stabilität. „Der Fall ist bezeichnend für die unzureichende
Qualität der Beratung in Sachen Inklusion“, sagt Henrike Paede vom
Bayerischen Elternverband.

Seit August 2011 können dank einer Änderung des Schulrechts behinderte
Kinder in Bayern wahlweise eine Förderschule oder eine allgemeine Schule
besuchen. Immer noch aber werden zu wenige Eltern behinderter Kinder
umfassend über dieses Recht und die möglichen Hilfen aufgeklärt. Für Sandra
und viele andere Kinder bedeutet dies, dass sie willkürlich vom Leben in
ihrer Familie, von schulischer und von gesellschaftlicher Teilhabe
ausgeschlossen werden. Sie werden diskriminiert, indem ihnen Menschenrechte
vorenthalten werden, cheap nfl jerseys die in der UN-Kinderrechtskonvention  und in der
UN-Behindertenrechtskonvention explizit aufgelistet sind.

Verbände wie der Bayerische Elternverband und die Landesarbeitsgemeinschaft
Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e. V. fordern daher seit 2011 eine
umfassende Aufklärung über die Rechte und Ansprüche behinderter Schüler. Das
erfordert unanhängige Beratungsstellen, von denen es erst drei
Modellprojekte in Bayern gibt. Bis das Angebot flächendeckend ist, werden
noch viele Kinder wie Sandra in Heimen und Förderschulen stranden.

Kinder mit schweren Behinderungen werden dabei besonders benachteiligt. Ihre
Heimunterbringung wird zwar problemlos finanziert, die Unterstützung für
ihre Teilhabe außerhalb der Schule ist dagegen kaum durchsetzbar. Weil ihre
Familien dies aber aus eigener Kraft selten leisten können, kommen sie
besonders häufig in Heime. Martina Buchschuster, Vorsitzende von Gemeinsam
leben – gemeinsam lernen: „Es ist ein Skandal, dass dies vier Jahre nach
Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland immer noch
geltendes Recht ist!“.

Den jüngsten Beitrag der Augsburger Allgemeinen zu diesem Fall finden Sie
hier:
http://www. moncler boots ugg boots augsburger-allgemeine.de/aichach/Kampf-um-ihr-Pflegekind-Die-Wackerls-fuehlen-sich-jetzt-ernst-genommen-id28078862.html

 

Bei Frage zu dieser Pressemitteilung wenden Sie sich bitte an

Henrike Paede, henrike.paede@bayerischer-elternverband.de
Tel. 0821 – 437196 und 0172 – 8311684
Bayerischer Elternverband e. V., Stellvertretende Landesvorsitzende
Leitung Sachgebiet Förderschule/Inklusion

oder

Martina Buchschuster, martina@buchschuster.de
Tel. 0821 – 4862858
Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Bayern
Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e.V.